Panik- und Schneeschieber

Schnee, so wahnsinnig viel Schnee und noch soviel Dezember übrig. Der hektische Teil, der mit dem Panikschieben und Tinnefkauf in letzter Minute in Kulissen aus Rot-grün-rauschgold, während das schlechte Gewissen mit der Kreditkarte durchbrennt.

Muss ich nich, hab ich schon, also, Zeug, das hab ich schon, Gewissen hab ich auch, aber das wickel ich zusammen mit der Idee in Geschenkfolie, fitzle ne Schleife drumrum und dann wird es bestimmt still sein, still wie der See, den das Radio besingt, noch mindestens 12 Tage lang, am besten lauter stellen, solange die Geschenke noch nich übergeben worden sind, da hat man gleich ein Thema, wenn sie zur peinlichen Stille wird, weil aus dem Päckchen ein Gutschein gezogen wird, auf dem in Neonschrift „Verzweiflungstat!“ und „Einfallslos!“ prangt und das verlegene Grinsen überreiche ich dazu persönlich, da wird der stille See Augen machen, aber hallo.

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Mummeltier

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Einmummelwetter, Menschen wie Knäuel, runde Knäuel ohne Strick, mit Strickbommelmütze und so Ohren dran, bunte Kleckse auf dem Kopp, sie schieben, rollen, weihnachteln sich durch Rotgrünglitzerstände, vorbei an aus Hanfseil gedrehten Rentieren, die vor einer Gigagaglitzertanne posieren, knippsknippsknapps, die Zeit drückt, die Knäuel eilen, schieben, schniefen in Taschentücher in Handschuhhänden, den Kopp voller Muss-ich-nochs und die Hast-Du-schons auf der Zunge, das schlechte Gewissen wohnt im Portemonaie, und uff, erledigt schieben uns die Päckchen nach Hause, die Knäuel legen Tarnung ab, wir auch, rauf, hängen sie an die Garderobe, sitzen zwischen Päckchen und mittelschweren Gedanken auf der Couch und uff und ach, beim letztem Glühwein kam es mir noch so leicht vor, besinnlich zu werden, man möchte Schluckauf kriegen.