re:wind

Oktoberfest verpasst, Urlaub gehabt. Sonne gefunden, mit Anschluß ans Meer. Das Couchtier gestreichelt, den Mann geknutscht. Doof herumgestanden, an S-Bahnen gezweifelt. Der Chefin gesagt, was ich nicht mag. Im Kino gegruselt, Entfernungen verwünscht. Kuchen gebacken. Kuchen gegessen, Kuchen essen lassen, Frühling verpasst.

Den Sommer nicht geglaubt, Herbst vorgespult. Nun ist es der letzte Herbst mit einer ärgerlichen Tätigkeit und wenn es nun November wird, fängt was Neues an, gegen die Natur. Na hoffentlich guckt die nicht so genau hin.

Den November durchwinken

Wir haben November. Naja, gerade-noch-so November. Dieser Trennblattmonat für die Zeit zwischen Oktober und Dezember. Also haben wir kurz vor Dezember, kurz vor Advent, kurz vor Nu-aber-schnell-schnell-schnell.

Vorgänger Oktober, der protzige unter finalen Monaten; November, der motzig-einsilbige und fast-Dezember, der, in dem ich mich dann guten Gewissens in Licht und Farben und heißen Kakao wickeln kann, endlich, bald, wird schon. Wir haben noch November. Es gibt kein Licht im November, nur so diffuses Geleuchte und keine echte Farbe, nur so grau mit vergessenen Laubleuchtepunkten.

Am liebsten würd ich den November durchwinken und vom Oktober direkt zum Dezember springen und da Gewürze und Geleuchte und wunderschlimme Dekoelemente in meine Wohnung lassen – aber nein, der November besteht ja drauf, ohne November bliebe keine Zeit, um vom Herbstblatt- in den Lebkuchenmodus zu switchen, keine Zeit, Päckchenideen zu Päckchen zu packen und keine Zeit, in der ich noch viel Zeit habe, Panik zu schieben, wenn ich mit den Ideen nich hinterherkomme und mir immer noch sagen kann, „Hey, ach was, ich hab ja noch Zeit, viel Zeit für Panik.“

Dafür is schließlich der Dezember da.