Früh-linglingling

Der lang ersehnte Frühling hat nun auch den Weg zu uns gefunden, die lila und gelben Farbtupfer beißen sich ihren Weg durch die Erde und die Weidenkätzchen tragen ihren Pelz, während ich endlich den ollen Wintermantel einmotten kann und statt in Handschuhen die Finger in Blumenerde vergraben kann. Endlich, endlich, meine Güte, endlich, das wurde aber auch Zeit!

Ich kann mich nich erinnern, wann ich das letzte Mal so Sonne und Farben und Wärme herbeigesehnt habe wie dieses Jahr. So’n gefühlt endloser Winter in Grau-Weiß-Braun, an seinem zögerlichen Ende hat die Stimmung dieselbe Farbe getragen; Wäh-Gefühl zum Anziehen, endlich, endlich, das wurde aber auch Zeit!, ab in den Schrank damit und gut verschlossen.

Draußen kriegt alles neue Triebe und Sprossen und Vögel hocken sich drauf und teilen mit, hey, das wär jetz ein guter Zeitpunkt, mitzuklettern, also, die Laune wenigstens, wenn schon nich auf die frischen Triebe – ob die halten, nich wahr- nein, aber es klettert sich so gut wie von allein, wenn die Sonne die Nase und die Seele kitzelt, füttert und mit Neuem vollstopft, wie großartig, tausend Dinge zum ersten Mal tun und viele, viele zum letzten.

 

20130415-100354.jpg

Advertisements

Zwischenzeitenwende

Noch nich Frühling und nich mehr Winter und der Kalender sagt, doch doch, wir haben schon Frühling und der Winter sagt, höhöhö, guck mal nach draußen, ich hab noch Minusgrade und Schneekristalle über, die reichen locker bis April, höhö, und ich gucke raus und denk mir, die Luft riecht nach Frühling und Aufbruch und Zeit wirds für Aufbruch, ich breche ja schon die ganze Zeit irgendwohin auf, nein, nich irgendwohin, ins weiter-gehts-land, in eine Stadt, die ich gerade erst mögen lerne und die vor allem laut und höflich is und scheiße, so verdammt groß dazu. ‚Muss es denn München sein?‘, fragt die nervige Zottelstimme drinne und weiß genau, ‚Nein, „es“ muss nich, es reicht, wenn „ich“ will.‘

Es is soviel zu tun und zu verändern und während alles in mir und den Menschen um mich herum auf diese Sonne, den Frühling, Veränderung wartet -Veränderung, die in den Baumzweigspitzen wie geballte Fäustchen sitzen und das Austreiben kaum noch halten können- und langsam wird mir bewusst, hui, da passiert was, da bricht was auf, nich nur draußen, ich brech ja auch auf und aus, aus alten, lieben Gewohnheiten und alter, lieber Faulheit in die neue, höfliche, laute Stadt.

Es gilt Kündigungen zu schreiben (und beim Schreiben realiseren, boah, das is ja was endgültiges) und Umzugskartons zu packen und einen neuen Job zu finden und dem Couchtier muss ich auch noch erklären, dass wir verreisen und ja, die Couch, die Couch muss auch mit und vielleicht mach ich mir lieber ne Liste mit all dem Kram, den ich erledigen muss, wenn ich denn aufbreche, damit’s losgehen kann.

Also, Frau Frühling: bereit, wenn Du es bist.

20130308-153544.jpg

Der Februar sagt Frühling, ich sag Hoppla.

Wir haben schon Februar, Februar in kleinen, ungeputzten Scheiben, durch die schon Frühling schubst, wenn man sie öffnet, die Luft riecht nach Wachstum und Erde und ich kann Amseln hüpfen sehen und singen hören, Amseln, die die 8 Grad+ bemerkt haben und damit was Sinnvolles tun, das klasse finden nämlich, weil sie das können, wo das Wetter schonmal da is, auch wenn der Kalender nichts davon weiß.

Wovon ich auch nichts weiß, is, wie’s weitergeht, nur hab ich das Warten eingestellt und das Bewerbungen schreiben angefangen und bei der ersten, die ich abgeschickt habe, war mein Adrenalin auf Frühlingsniveau – ey,  aber hallo, liebe Amseln, ich weiß, was ihr meint, wenn ihr dem Februar den Frühling glaubt: Veränderung macht Minihopser, jeden Tag nen neuen.