Warum ich mich nich wehren müssen will

Ich finde: die, die sagen, Frauen können sich doch wehren, wenn ihnen im Alltag Sexismus entgegenschlägt, die schlagen nochmal drauf.

Denn es gibt nen Grund, warum viele Frauen sich nich wehren: weil ihnen gesellschaftlich akzeptierter Sexismus vorgelebt wird. Sie – nein, wir wachsen damit auf.

Weil es wenig erlebte Momente gibt, in denen es eben nich okay is, angegrabscht, anzüglich beglotzt oder auf die Kleidung und den Körper, in dem frau steckt, reduziert zu werden.

Wehren heißt, ich muss etwas abwehren. Nich, dass der, der sich falsch verhält, etwas ändert.

Wehren heißt, dass ich, die ich begrabscht werde oder auf weibliche Attribute reduziert oder oder oder oder stark sein muss, in einem Moment, der mich bloßstellt, verletzt, aus der Fassung bringt.

Wehren heißt Konfrontration. Wehren heißt, dass der Mensch, der dem Sexismus ausgesetzt is, in dem Moment der Hilflosigkeit irgendwo Stärke und Fassung und Selbstbewusstsein haben muss, das zurückzuweisen. Dieses Selbstbewusstsein, diesen Mut haben nich alle und ich finde es falsch, das vorauszusetzen. Weil’s das falsche Signal is.

Ich mache nichts falsch. Warum muss ich aktiv werden? Warum muss ich mich wehren müssen?

Müssen denn nich wir alle, die diesen alltäglichen Sexismus (er)leben, aktiv werden?

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