Ein superangepasstes Kind

Manchmal frage ich mich, wer ich geworden ware, wäre es mir egal, was andere Menschen von mir halten. Wie es wäre, herauszufinden, was ich wirklich tun möchte, statt in Betracht zu ziehen, zu tun, was andere gerne tun. Manchmal frage ich mich, wie ich hätte werden können, wäre ich nicht in einem totalitären Staat aufgewachsen, der mir beigebracht hat, so zu sein wie alle anderen sei das erstrebenswerteste, was es gibt. nur, dass es diese anderen nun nicht mehr gibt.

Ich war ein super angepasstes Kind in Pionierkleidung, das Halstuch ordentlich gebunden, stets pünktlich bei den Subotniks (Arbeitseinsätzen an Wochenenden, z.B. Altpapier sammeln, Blumenrabatten harken, Kartoffelkäfer vom Feld sammeln, …) und irgendwann Schriftführerin im Gruppenrat. Ich war das perfekte Pionierkind in einer klar stukturierten Welt, es gab gut (alle kommunistischen Bruderländer) und es gab böse (das kapitalistische Ausland, allen voran die USA und die BRD), es gab keine Grautöne, es war einfach, es gab immer den Staat, den Staatsbürgerkunde-Lehrer, den Pionierleiter, den Arzt, meine Eltern, die mir genau sagten, was ich tun sollte. Und das tat ich dann.

Es gibt eine Sache, an die ich mich erinnern kann, die ich gern gemacht habe, ohne dass es mir nahe gelegt oder empfohlen wurde, und das war lesen. Ich war jeden Samstag in der winzigen Dorfbibliothek und las mich durch sämtliche wenigen Regale. Das Ich, das Individum, das war jemand, den es nur in der Bibliothek gab, wenn ich mir allein ein Buch aussuchte. Sonst war ich die Tochter, die Pionierin, die Schriftführerin, die Altpapiersammelnde, das vorbildliche, fleißige Mädchen, das froh war, dass es klare Regeln gab, innerhalb derer sie wusste, wie sie sich bewegen sollte. Wie ich lernen konnte, was ich selber mag oder tun möchte, davon wusste ich nichts.

Manchmal frage ich mich, was davon erlernt ist und was davon veranlagt ist. Bin ich gern ein angepasstes Kind gewesen, weil es mir Entscheidungen abgenommen hat? Ich entscheide mich noch heute schwer, meistens warte ich, bis mir jemand die Entscheidung abnimmt, sei es bei Aussuchen des Lieferservies oder des Weins im Restaurant oder auch, wohin die Urlaubsreise geht. Sogar meinen Ausbildungsberuf habe ich nicht selbst ausgesucht. Ich bin zum Vorstellungsgespräch gegangen, obwohl ich hatte studieren wollen, weil meine Mutter gesagt hat, etwas Bodenständiges sei wichtiger und tief in mir drin glaubte ich das sehr gern, und jedenfalls, sie haben mich sofort genommen und nun bin ich jemand mit kaufmännischer Ausbildung und 15 Jahren in demselben Beruf, was okay ist. Mehr leider nicht, aber ‚okay‘ ist schon ziemlich viel, finde ich.

Als die DDR sterben ging und alles in sich zusammenbrach, war ich keine 14 Jahre alt und das, was mir von außen Halt und Struktur gab, ging, und, schlimmer, es hatte sich als falsch, wertlos, zerstörerisch und menschenverachtend erwiesen. Die Lehrer, die uns vom großen Bruder Sowjetunion erzählt haben, haben gelogen, die Partei hat gelogen, der Staat hat Menschen weggesperrt, Menschen, die flüchten wollten, an der Mauer erschießen lassen, der hochdekorierte Stalin war ein Schlächter und Tyrann gewesen, das kommunistische Programm eine Idee, die gescheitert war, nicht am kapitalistischen Ausland, nein, an sich selbst und seinen Dogmen.

Alles, was mir, uns von klein auf eingeimpft worden war, war ungültig geworden. Ich, wir waren keine Pioniere mehr und würden nie zu FDJlerinnen werden. Der klar vorgezeichnete Weg war fort und so vielen war das Erleichterung, Freiheit, Freude. Mir war der vorgezeichnete Weg etwas gewesen, was mich sicher gemacht hatte: der Staat hatte einen Plan, einen Weg für mich gehabt(Schule, Ausbildung oder sogar Studium, Werktätige oder Wissenschaftlerin, Elternteil und Erziehende, …) und nun lag statt des Weges vor mir nur ein leeres Blatt Papier, auf das ich nichts zu zeichnen wusste.

Was lag mir? Woran lag mir etwas? Ich hatte keine Ahnung, ich ließ mich treiben. Ich war 14 geworden und wäre eine superangepasste Jugendliche geworden, nur dass die Welt um mich herum nicht mehr die war, an die ich mich hätte anpassen können.

Es war die Zeit, in der ich in mein Tagebuch schrieb, es gäbe nichts wichtiges, als das, was andere Menschen von einem halten. Und glaubte jede Silbe davon. Das superangepasste Kind wurde eine Jugendliche, die glaubte, jede(r) sein zu können, der gerade gefragt war. Der Satz: ‚ich kann jede(r) sein, den du haben willst‘, folgte später nach. Das Gruslige ist, wie lange das bis heute nachwirkt und dass ich gern in meine Jugend zurückreisen würde, um mich selbst bei den Schultern zu packen und mir zuzurufen: „Du bist schon jemand! Du musst nicht sein, wie dich jemand haben will! Tu nur, was Du selbst tun willst!“

Zurück bleiben Erinnerungen an eine Kindheit, die eine Lüge war, Strukturen, die nichts als Scharade waren und eine Jemandin, die nicht weiß, wer ich hätte werden können, dafür aber in einem Land lebt, das mir die Freiheit lässt, es herauszufinden. Irgendwann mal.

All die Dinge, die nicht mein Ding sind

Wisst ihr noch, wie ich nicht wusste, was mein Ding ist? Spoiler: ich weiß es noch immer nicht. Aber mir kam beim Zähneputzen ein Gedanke: wenn ich richtig viele Dinge ausprobiere, kann ich zumindest richtig viele Dinge ausschließen und sie von meiner IST DAS VIELLEICHT GENAU MEIN DING? – Liste streichen. Richtig? Richtig.

Übrig blieben dann nur Dinge, die ich mich nicht traue, weil ich gerne weiterleben möchte und Base-/Bungee-/Doodlejumping einfach nichs für meine schwachen Nerven ist. Ganz besonders Doodlejumping.

Doodle

All good ideas are already taken (I tend to blame it on the internet)

Neulich erzählte mir eine Kollegin, dass sie jetzt einen Nähkurs macht. Ich war begeistert. Dann erzählte sie davon, dass sie sich außerdem noch mit kreativem Schreiben beschäftigt. Ich war beeindruckt. Für dieses Projekt gab es eine Hausaufgabe, erzählte sie weiter. Jeder ihrer Gruppe musste täglich 3000 Wörter schreiben. Egal was. Es musste nur mit der Hand geschrieben sein. 3000 Wörter.

Wow. Ihre Begeisterung war mitreißend und sie war absolut überzeugt davon, dass DIESE EINE SACHE ihre Sache war. Kreatives Schreiben. Punkt. Da ich keine Ahnung von kreativem Schreiben habe, geht mein Text jetzt einfach ohne super Überleitung in den Teil über, auf den ich vorhatte, überzuleiten, denn MEINE EINE SACHE ist schonmal nicht kreatives Schreiben. Offensichtlich.

Die Sache ist, dass ich nicht weiß, was die Sache ist, weil ich zu beschäftigt bin, immer wieder, Sachen zu tun, von denen ich annehme, sie wären vielleicht meins, weil sie mir an anderen Menschen gefallen, vor allem, weil sie offenbar Personen sind, die Ideen haben, Sachen zu tun – so richtig selbst zu tun! Verrückt. –  statt etwas nachzumachen oder abzugucken aus Mangel an Einfällen wie so jemand, der keine Ahnung hat, was IHRE EINE SACHE ist.

Die Sache ist die, dass ich keine Ahnung habe, was meine Sache ist, und aus diesem Grund probiere ich ständig Sachen aus, von denen ich jedes Mal 100%ig überzeugt bin, das jetzt wäre diesmal wirklich ganz gewiss mein Ding, genau 5 Minuten lang absolute Gewissheit, bis ich von der nächsten coolen Sache im Internet lese und denke, Moment, nee warte, nee – Bäume behäkeln war es doch nicht, es muss Inlineskaten/Backen mit Agavendicksaft/Kalligraphie/Basejumping/Instagram sein. Was habe ich alles probiert, weil ich dachte, Hey, cool!, DAS IST ES.

Essen fotografieren. So, dass es schön aussieht.

2014-07-09 19.21.55(Vielleicht setze ich ein Entschuldigungsschreiben auf, direkt adressiert an die italienische Flagge. Es kam so über mich, ich habe wirklich keine bessere Erklärung für dieses Pastadesaster.  Wobei, hilft es, dass es lecker war? Nein? Dachte ich mir schon.)

Sonnenaufgänge fotografieren. So, dass jeder anders aussieht.
2014-09-15 19.02.50-1(Geht, bleibt aber ein Sonnenaufgang.)

Kuchen backen, und so fotografieren, dass er schön aussieht.
2015-02-14 20.07.17(Wunderschön, nicht wahr?)

Auf der Straße verlorene Zopfgummis fotografieren, so dass sie schön aussehen.

image3(Unmöglich.)

Sport machen, weil es coole Apps dafür gibt. (Ich hasse Laufen immer noch, bilde mir aber ein, dass die Zombies, die mir in den Nacken knurren, unmöglich wissen können, dass ich Laufen ätzender finde als keuchende Untote, die sich von fallen gelassenen Batterien und T-Shirts ablenken lassen. Pffft.. as if.)

Yoga machen, weil es coole Bücher dafür gibt. (Bücher kaufen. Matte kaufen. 3 Tage dranbleiben. Es abends vergessen weil -wer hat das kommen sehen?-, keine Lust. Oh Mist, da ist ja Staub drauf. Bloß schnell die Yogamatte einrollen und hinten in den Schrank stellen, für Morgen, irgendeinen anderen. Vielleicht verschenk ich die Matte zu Weihnachten an jemanden, der echte Leidenschaft für den aufschauenden Hund hat, ach, und Rücken, einen geeigneten Rücken, das wäre hilfreich.)

Den Job kündigen, alle Sachen verkaufen, ein Boot kaufen und auf Weltreise gehen. (Nicht ernsthaft in Betracht gezogen, weil ich mindestens so abenteuerlustig bin wie Chicoree. Einheimischer Chicoree. Gekocht ohne Salz. 5jährigen Kindern serviert, die ihre Spaghetti-mit-Tomatensoße-Phase haben. Es hilft nichts, sehen wir der Wahrheit ins Auge: Chicoree wird eher etwas wirklich Erschütterndes erleben als ich. Dafür kann ich Versicherungen gegen alles abschließen. Eat this, Chicoree!)

Modische Kleidung kaufen, weil es Sendungen darüber gibt, wie modische Sachen irritierend gut an einem aussehen können, OKAY: solange es ein freundlicher Designer kommentiert, und NAJA, solange 217 Regeln beachtet werden, na schön, zuviel Budget müsste auch da sein ist, aber es ist so verdammt überzeugend, also, während eins die Sendung guckt und 10 Minuten danach, aber dann, dann fällt mir wieder ein, mein Lieblingsshirt hat ständig Flecken, was nichts am Status Lieblingshirt ändert und davon abgesehen trage ich sowieso ausschließlich Röcke. Mode also wird vermutlich nicht mein Lebenszweck werden. Mensch, schade.

10.000 Schritte am Tag zu machen, weil meine App mich dann lobt. (Das geht an manchen Tagen super, das lass ich so. Aber: als DIE EiNE SACHE, die ich kann, kommt mir das nicht sonderlich erfüllend vor. Der engangiert lobenden App zum Trotz. Ich meine: DIE EINE SACHE muss größer sein, oder? Als 10.000 Schritte am Tag?)

FullSizeRender

Jedenfalls, ich glaube, ich wollte auf etwas hinaus. Nämlich: das Internet ist voll von kreativen Menschen, die wissen, was genau ihr Ding ist. Sie sind lustig, ausdruckstark, zeichnen Cartoons, machen aus Kaffeeflecken Gemälde, schreinern ihre Möbel selbst oder schreiben die lustigsten Blogposts (I am looking at you, das Nuf and at you, everywhereist.com). Es wirkt so mühelos, so einschüchternd, einfach, SO großartig: ich sitze und lache oder ich bin berührt oder denke, WHAT?, wie haben die das nur hingekriegt?

Nun mal ganz im Ernst: Woher zum Teufel wisst ihr alle bitte einfach, dass DIESE EINE SACHE, die ihr macht, genau EUER Ding ist? Sagt mal: wie geht das? Und gebt ihr Kurse? Oder hat es euch jemand verraten? Wenn ja: wer hat es Euch gesagt? Habt ihr es selbst gemerkt? Wie habt ihrs gemerkt? Hat wirklich jeder so eine Sache? Und wie schafft ihr es, bei DIESER EINEN SACHE zu bleiben?

Ist Geduld gratis bei der Eingebung dabei? Trifft es eine(n) wie ein Blitz – Erkenntnis, Apfel, das ganze Programm? – oder ist es ein Prozess, etwas was sich ergibt? Muss man Beziehungen in die Unterwelt haben oder reicht so ein Social Media Experte, um nachzuhelfen? Macht es euch glücklich? Hält es für immer? Wenn ich es heute nicht weiß, weiß ich vielleicht morgen? Und wen genau kann ich noch nerven außer das Internet mit meinen Fragen?

Könnte es nicht auch sein, dass ich dazu verdammt bin, langweilig zu sein und darin ein verdammter Vollprofi? So richtig gut. Ist das die eine Sache, die sonst niemand wollte, und ich habe mich halt nicht rechtzeitig festgelegt und deshalb ist being boring für mich übrig geblieben? Ja?

Ich wünschte wirklich, ich wüsste, was mein Ding wäre. Vielleicht wäre das ja endlich genau mein Ding.

Einatmen, ausatmen. Kuchengabel dazu?

2014, das sind 52 Wochen und eine paar murkelige Resttage. Was also fange ich damit an? Anfang 2014 war ich im Job frustriert und nicht besonders glücklich mit meiner Situation. Ich suchte nach einem Ausgleich, einem Projekt – nach irgendwas – just give me something! Und dann formte sich langsam die Idee, 2014 einen Kuchen pro Woche zu backen. Entstanden dadurch, dass ich in der ersten Januarwoche einen völlig verkorksten Mandelkuchen zustande brachte, den ich nicht einmal fotografieren wollte. (Dann im Nachhinein doch etwas schade, aber wer konnte das ahnen!)

Es war frustrierend, es sah hässlich aus und ungenießbar war es obendrein. Und so kam es, dass das Backen zu meinem Vorsatz für 2014 wurde. Das Projekt nannte sich folgerichtig #acakeaweek und irgendwie sind am Ende über 56 Back/Machwerke herausgekommen.

Regeln? OK: ich wollte jeden Kuchen nur 1 einziges Mal backen, Wiederholungen – nix da, verboten. Keins der Rezepte davon sollte ich vorher schonmal gebacken haben. Ein Versuch, mich dazu zu zwingen, jede Woche etwas wirklich Neues auszuprobieren, weil die Tendenz dann doch immer in die Richtung geht, etwas, das eins kennt und mag und von dem eins weiß, es gelingt, immer wieder zu variieren. (Womöglich liebe ich darum Muffins so sehr. So viele Varianten, ein netter Grundteig – toll.)

Die mehr oder weniger vorzeigbaren Ergebnisse auf Instagram sagen, es sind dann insgesamt 56 (57?) Kuchen geworden. Manche davon waren eine Offenbarung (der tollste Zitronenkuchen der Welt beispielsweise), andere eine optische als auch kulinarische Katastrophe (der Kuchen nach dem Urlaub, gemacht aus Resten, die die Küche eben so hergab – brrrr!) Ich habe in diesen 52einhalb Wochen des Backens unheimlich viel gelernt: dass Mandeltorte nicht mein Feind ist und ein Soufflé tatsächlich so süß und schaumig wie es auf einschlägigen Chefkochbildern daherkommt. Ich habe gelernt, dass so Hefeteig freundlich aufgeht, wenn die Temperatur nur stimmt und er genug Zeit kriegt und dass ich weder mir noch dem freundlichen Hefeteig hübsche Zöpfe flechten kann, dieser dann aber schmeckt. Und wie.

Je länger das Projekt andauerte, desto meditativer wurde das Backen an sich. Und der Mut, so verrücktes Zeug wie Torten -so richtige Torten, mit Mürbeteig und Boden in Schichten aufschneiden und Creme und Topping und allem- jedenfalls: der Mut, eine Torte zu backen, der war dann ganz überraschend auch da, saß mit mir in der Küche und sagte, Ach komm, Kaffee-Walnuss-Torte mit Karamell-Buttercreme oder doch lieber Muffins; was solls, her mit dem einschüchterndem Rezept!

2014 habe ich insgesamt 8 Backbücher gekauft (und 12 auf meinen Wunschzettel gepackt, um die später zu kaufen). Irgendwas hat das Backen mit mir gemacht und ich habe es gemocht. Das Lernen, das Backen, das Besserwerden und an manchen Tagen auch die zahlreichen Rückschläge. Das Allerbeste aber war, all die leckeren Machwerke, die neuen Kuchen, aber auch die Merkwürdigkeiten nach dem Backen sämtlich aufzuessen oder aufzunötigen anderen zum Aufessen hinzustellen. Dieser tolle Moment, das innere „So.“ Einatmen, ausatmen. Kuchengabel dazu?

Und so hat mein Backjahr ausgesehen:

10454125_737452332964471_1562298271_n

cc9874d2ad2a11e3a5fe0e1e817d541d_8

de667382a21511e3970e1271b25b213e_8

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0175.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0217.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0221.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0181.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0389.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0585.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1232.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0626.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1243.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1235.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1338.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1311.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_0324.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1248.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1455.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1359.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1339.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1593.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1614.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1516.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1593-0.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1651.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1614-0.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1715.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1723.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1829.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1882.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1818.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1926.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1670.jpg

/home/wpcom/public_html/wp-content/blogs.dir/f0c/38741914/files/2014/12/img_1997.jpg
0d2928f0a79c11e38aa1125559adfe5f_8

2d631fd8b28f11e3a2410ea5f30ea1ee_8

923618_681660961911625_307810825_n

924329_224608217739638_1415723214_n

1172236_1472456332984917_219051612_n

1515228_1471955006365421_614943077_n

1538444_1384483085110012_1000048242_n

1742194_743372722353276_1762855673_n

1742399_472980449490777_2141906917_n

1799653_437404296390850_491573571_n

1799840_468009529988191_864698700_n

1941194_212331048975756_66399441_n

10004219_223465171175541_2030843195_n

10246059_1442862132626800_76720283_n

10246152_637343639685210_1638071962_n

10254137_455525184584721_559730524_n

10299703_223876781156220_631246128_n

10354496_792786530740427_914090668_n

10362151_1423966744547887_727121492_n

10375883_887066154643047_1324315456_n

10413065_246464418886264_1867576434_n

10453933_659532590787970_141358921_n

re:wind

Oktoberfest verpasst, Urlaub gehabt. Sonne gefunden, mit Anschluß ans Meer. Das Couchtier gestreichelt, den Mann geknutscht. Doof herumgestanden, an S-Bahnen gezweifelt. Der Chefin gesagt, was ich nicht mag. Im Kino gegruselt, Entfernungen verwünscht. Kuchen gebacken. Kuchen gegessen, Kuchen essen lassen, Frühling verpasst.

Den Sommer nicht geglaubt, Herbst vorgespult. Nun ist es der letzte Herbst mit einer ärgerlichen Tätigkeit und wenn es nun November wird, fängt was Neues an, gegen die Natur. Na hoffentlich guckt die nicht so genau hin.

Wie ich zu einem Dirndl kam

Zurückgelassen – ein Jahr, eine Stadt, einen Job, Menschen. Heimat. Die, die zurückbleiben, winken und machen weiter. Die, die gehen, winken und fangen woanders an.

Los gings in München als Fremdkörper: alles neu, alles fremd, alles seltsam (und das ist höflich formuliert). Und dann fing alles irgendwie an, noch viel seltsamer zu werden: die neue Umgebung absorbierte mich nach und nach. Ein Arm, ein Auge, ein Oktoberfest und 5 supertolle Menschen später bist Du angekommen in dieser Brezn-Bier-Tracht-was-kostest-die-Welt.

Vor über einem Jahr: Gott, die Leute reden bayrisch, ich versteh kein Wort. Der Bäcker beim REWE schaut schräg, weil ich von Brötchen spreche und außerdem kein R rollen kannst, zumindest bilde ich mir ein, dass er schrägt geschaut hat, denn ich weiß es ja nicht, weil er mich routiniert korrigiert und ich zu beschäftigt bin, erst rot anzulaufen und dann sehr präzize „Hm ja, genau“ zu murmeln, von mir aus, Semmeln, das nächste Mal dann, tschüss- hui, hupps!, ich meine: Servus! Natürlich.

Vor unter einer Woche: In einen Trachtenladen gehen und ein Dirndl kaufen, als wäre es das Normalste auf der Welt. Wirklich: aus der Kabine treten, drehen. Grüne Schürze auf rotem Kleid, nochmal drehen, lächeln, der Verkäuferin fachmännisch ein „Schee, gell?“ antworten, weil: Das finde ich tatsächlich. Eine Mecklenburgerin im Dirndl, mei, this escalated quickly.

Es ist wohl so eine Sache mit „Ok, wohn ich nun also in München“ und „Ah cool, ich bin in Bayern angekommen“, der Übergang muss irgendwie so nebenbei passiert sein. Es gab nichts entscheidendes – außer dem einen Moment, an dem ich statt „jetzt fahren wir zurück nach München“ eben „jetzt fahren wir heim“ gedacht habe.

UND AUCH NOCH SO GEMEINT!!!1!einself

Dirndl

Montagsaugenaufschlag

Von Kaffee zu Kaffee nippen, die müden Augen in den Monitor halten, sehen, dass da was steht und flimmert, aber nicht verstehen, was, es ist nichts da, nur müde, müde für 2, aber es ist ja Montag und was anders kann ein Montag machen als müde?

Der Sonntag hat’s verissen, der Sonntag und sein Himmel, grau bleib grau, egal wieviel Kaffee ich draufgoss, wieviele Lampen ich einschaltete, welche Musik ich aufs Ohr tat und ob ich Schokoladenkuchen einnahm, nein, es blieb grau. Grau der Himmel, grau die Stimmung und vielleicht war es nicht nur der Sonntag, sondern sein Pech, dass auf ihn der Montag folgt, fies schon von Weitem betrachtet, ein Widerwillen, der mit mir auf der Couch sitzt, schnauft und sagt: „Morgen ist wieder Montag. Morgen ist wieder alles früh und alles Muss.“

Montags fällt es am schwersten, mich dran zu erinnern, dass ich dankbar sein sollte, ins Büro gehen können zu müssen, jeden Montag wieder.