Alles vorbei im Mai.

 

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Ich stehe auf, ich mache mich fertig, ich trinke meinen Kaffee mit Blick auf den frisch gestrichenen Spielplatz , ich schaue auf die gekürzten Neubauten auf dem Hof, ich füttere das Couchtier, ich ziehe mich an, ich gehe 5 Etagen hinunter, ich vertröste die schmushungrige Hofkatze auf dem Weg zum Auto auf in 8 Stunden, ich springe ins Auto und ich bin 10 Minuten später im Büro.

Das alles werde ich noch 4 Wochen und eine halbe tun, aber ich zähle nich mit, ich sitze nur zufällig in der Nähe des 4-Monats-Kalenders, der das geradezu brüllt, wenn man hinschaut und ‚man‘ ich heißt.

Noch 4 Wochen und eine halbe und dann bin ich raus, raus aus dem Trott, raus aus der Firma, raus aus dem Büro, raus aus dem Viertel, raus aus der Heimat, raus, alles muss raus, raus is das neue Grün und alles neu macht der Mai, mit dem Mai hört mein Trott auf, meiner zu sein und mein Schreibtisch wird zum Schreibtisch eines anderen Kollegen, Quatsch, ach nein, nich Kollege, wir sind ja dann keine Kollegen mehr, ich gehe ja schließlich, in 4 Wochen und einer halben isses vorbei, von wegen alles neu macht der Mai, alles vorbei ab Mai, jawohl.

Im Juni kommt das Neue und ich denke immer in aller Ruhe, in der ich am Schreibtisch sitze und weiß, dass alles anders wird, dass ich mir einfach nich vorstellen kann, wie dieses Anders wird, ja nicht mal, dass es anders wird, weil diese Ruhe, mit der ich hier sitze so gar nich zu den Umwälzungen passen will, die eine Kündigung und ein Umzug so mitbringen. Wobei: es reicht ja, wenn ich realisiere, was ich tue, wenn ich es tue. Wenn ich die Kartons packe, wenn wir die Kartons heruntertragen, wenn die Kartons 800 km durch die Landschaft fahren, wenn wir die Kartons auspacken und ich mich umsehe in der neuen Wohnung und der neuen Stadt und denke: „Aha. Das also is dieses Anders. Hallo.“

 

 

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3 Sonntagsfarben

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Früh-linglingling

Der lang ersehnte Frühling hat nun auch den Weg zu uns gefunden, die lila und gelben Farbtupfer beißen sich ihren Weg durch die Erde und die Weidenkätzchen tragen ihren Pelz, während ich endlich den ollen Wintermantel einmotten kann und statt in Handschuhen die Finger in Blumenerde vergraben kann. Endlich, endlich, meine Güte, endlich, das wurde aber auch Zeit!

Ich kann mich nich erinnern, wann ich das letzte Mal so Sonne und Farben und Wärme herbeigesehnt habe wie dieses Jahr. So’n gefühlt endloser Winter in Grau-Weiß-Braun, an seinem zögerlichen Ende hat die Stimmung dieselbe Farbe getragen; Wäh-Gefühl zum Anziehen, endlich, endlich, das wurde aber auch Zeit!, ab in den Schrank damit und gut verschlossen.

Draußen kriegt alles neue Triebe und Sprossen und Vögel hocken sich drauf und teilen mit, hey, das wär jetz ein guter Zeitpunkt, mitzuklettern, also, die Laune wenigstens, wenn schon nich auf die frischen Triebe – ob die halten, nich wahr- nein, aber es klettert sich so gut wie von allein, wenn die Sonne die Nase und die Seele kitzelt, füttert und mit Neuem vollstopft, wie großartig, tausend Dinge zum ersten Mal tun und viele, viele zum letzten.

 

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