Schnuff|is|mus

Am Anfang war die Verniedlichung. Hier das Kindchen, da ein Schnütchen, da die Großeltern, die keinen Satz schaffen ohne ausdauersporthaften Gebrauch von allem, was kleiner macht und somit niedlich eindampft. Zack, fertig war das geraunte „Oawwww!“ beim Empfänger, ach nein, wie – Entschuldigung- süß!

Dann kam die Vermenschlichung. Zuerst alles, was atmet und Fell hat. Es verleitet schon sehr zum putzig aufladen, wenn das Ausgangswesen Fell hat und putzig guckt, da isses nur noch ein Schritt, ihm menschliche Eigenschaften dranzuheften, widersprechen kann das atmende Knäuel dankenswerterweise eher schlecht und Sprechblasen über bereits gezogenen Katzenschnuten wegzulassen wäre ja auch Verschwendung, irgendwie. (Ach, und wenn wir schon dabei sind, schnell noch nen Pullover über’s Fell ziehn, schließlich haben wir Winter und Fell is ein Auslaufmodell, sieht mensch ja überall. Brr.)

Und nun gehts den Dingen an den unwattierten Kragen.

Wackelnde Universen. Motzende Tischplatten. Zurücklächelnde Kekse. Wir geben dem Alltag Eigenschaften, die er nie wollte. Da, schon wieder!

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2 Gedanken zu “Schnuff|is|mus

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