Anfänge, Abschlüsse, Abers

Der Schnee is weg, Weihnachten durch und ich auch, schlaff und müde und dabei isses nich das Fest, das müde macht, sondern dieses Jahresende. Es wirkt so unmotiviert, als müsste es noch ne Strafrunde dranhängen wegen Schummelei, „Ach komm, die letzten Meter, 2012, lohoos, hopp hopp, wir haben Termine und Pläne und gerne eher als später“, aber es hört nich hin, es schleppt sich so dahin, Meter um Meter, Stunde um Stunde, Freugesicht um Flunschgesicht.

Der Kopp is müde und voll und gern begänn ich endlich, endlich, endlich! mit dem Verändern der Sachen, kann’s aber nich, weil der Anfang fehlt, an dem sich der auszudröselnde Veränderest ergeben könnte und dies Tun-wollen-aber- nich-machen-können frisst sich nach innen, im Kreis laufender Aktionismus, meine Güühüte, was ich alles tun müsste, könnt ich loslegen, stehe noch aber auf der Bremse, weil der Startschuß fehlt, ein Ausgangspunkt und ne besser sitzende Metapher, ja, vor allem die.

Vielleicht nehm ich ne Schere. Scheren sind toll. Die machen aus jedem Knäuel mindestens 2 Anfänge. Und einer langt für zwei.

Ein Jahr geht, ein Jahr guckt, ein Jahr kommt

Das Jahr geht aufs Finale zu und der Kopp dreht sich nochmal um, guckt zurück, versucht ein „Halt, stopp, ich war noch gar nich fertig!“ und es hilft nix, dann klackert das Jahr runter, noch 1 Woche bis Heiligabend, noch 2 Wochen bis zum letzten Tag des Jahres und vorher geht immerhin nichts unter, weil ja der Schlitten des dicken Colabauchherrns noch nen Termin hat, das steht fest, die Azubi-Rentiere haben endlich die Route auswendig drauf, die testen die, ob die Welt da is oder ein Stück weiter nach unten gerutscht, es wird beschert und vor dem Bescheren wird zurückgeguckt, das macht man so und mit man meine ich die TV-Sender, die natürlich alle schon fertig sind, jetz dürfen aber auch wirklich keine Katastrophen mehr passieren, 2012 is schließlich fertig besprochen, zumindest aus Sicht der großen Kastenwelt. Nun nur noch trotzdem lachen müssen und ins nächste Jahr hinüberfitzeln. Das wird bestimmt genauso überraschend schnell weg sein wie das letzte.

 

 

 

Panik- und Schneeschieber

Schnee, so wahnsinnig viel Schnee und noch soviel Dezember übrig. Der hektische Teil, der mit dem Panikschieben und Tinnefkauf in letzter Minute in Kulissen aus Rot-grün-rauschgold, während das schlechte Gewissen mit der Kreditkarte durchbrennt.

Muss ich nich, hab ich schon, also, Zeug, das hab ich schon, Gewissen hab ich auch, aber das wickel ich zusammen mit der Idee in Geschenkfolie, fitzle ne Schleife drumrum und dann wird es bestimmt still sein, still wie der See, den das Radio besingt, noch mindestens 12 Tage lang, am besten lauter stellen, solange die Geschenke noch nich übergeben worden sind, da hat man gleich ein Thema, wenn sie zur peinlichen Stille wird, weil aus dem Päckchen ein Gutschein gezogen wird, auf dem in Neonschrift „Verzweiflungstat!“ und „Einfallslos!“ prangt und das verlegene Grinsen überreiche ich dazu persönlich, da wird der stille See Augen machen, aber hallo.

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Mummeltier

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Einmummelwetter, Menschen wie Knäuel, runde Knäuel ohne Strick, mit Strickbommelmütze und so Ohren dran, bunte Kleckse auf dem Kopp, sie schieben, rollen, weihnachteln sich durch Rotgrünglitzerstände, vorbei an aus Hanfseil gedrehten Rentieren, die vor einer Gigagaglitzertanne posieren, knippsknippsknapps, die Zeit drückt, die Knäuel eilen, schieben, schniefen in Taschentücher in Handschuhhänden, den Kopp voller Muss-ich-nochs und die Hast-Du-schons auf der Zunge, das schlechte Gewissen wohnt im Portemonaie, und uff, erledigt schieben uns die Päckchen nach Hause, die Knäuel legen Tarnung ab, wir auch, rauf, hängen sie an die Garderobe, sitzen zwischen Päckchen und mittelschweren Gedanken auf der Couch und uff und ach, beim letztem Glühwein kam es mir noch so leicht vor, besinnlich zu werden, man möchte Schluckauf kriegen.